Frankreichs geographische Lage ist bevorzugt in Europa, und seine Provinzen, die im Lauf einer langen Geschichte zur Nation zusammengewachsen sind, haben eine Fülle landschaftlicher und kultureller Eigenarten bewahrt, die zum Teil durchaus exotische Reize verströmen. Das Savoir vivre - die Kunst das Leben zu genießen - beherrscht man allerdings im ganzen Land, mit höchst unterschiedlichen regionalen Ausprägungen versteht sich! Paris ist allen Dezentralisierungsbestrebungen zum Trotz immer noch der absolute Mittelpunkt des Landes. Macht und Geist, Geld und Kultur konzentrieren sich in der französischen Metropole und bringen nur hier Hochleistungen zustande - alles andere ist Provinz! Doch nur in der Provinz kann man den typisch französischen Sonntag auf dem Lande vertrödeln, an einem geruhsamen Tag bei stundenlangem Tafeln im Kreis der Familie. Die Heimkehr aus Paris in die Provinz ist ein Mythos wie die französische Hauptstadt, dem nicht nur die Franzosen selbst erliegen. »Ferien auf dem Lande« kann man zum Beispiel in der Provence genießen: Gleißendes Licht, Lavendelduft, Pastis und das Klacken der Boulekugeln unter Platanen sind die Ingredienzen der mediterranen Idylle. Oder in einem von Hortensien gerahmten Fischerhaus im »Wilden Westen« Frankreichs, der Bretagne. An den rauen Felsküsten der weit ins Meer hinausgeschobenen Halbinsel ist man der Urgewalt des Atlantiks besonders nahe.